Die Nonnen von St. Hedwig und ihre Irren
Ich hatte bereits davon gehört, dass das nahe gelegene Sankt Hedwig-Krankenhaus in Mitte die psychologische Abteilung erweitert und ausgelagert hat, aber langsam glaube ich zu spüren, wie nah an meinem Arbeitplatz die Nonnen und ihre Ärzte eigentlich mit Gehirnen experimentieren.
Gestern kam ein Mann mittleren Alters herein und stromerte mehere Minuten am Tresen entlang. Erst glaubte ich, er könne sich einfach nicht entscheiden, wo er sitzen möchte oder er suchte vielleicht jemanden, aber mir kam es seltsam vor, dass er seine Nase immer so offensichtlich schnuppernd in die Luft hielt.
"Entschuldigung, kann ich vielleicht helfen?", fragte ich.
"Sagen Sie, riechen Sie hier so nach Parfum?" lautete seine Gegenfrage. Na toll, Patrick Süsskinds Monsterriecher kommt aufn Kaffee rum.
"Nö, kann ich mir nicht vorstellen. Ich rieche sozusagen nach nix.", behauptete ich.
"Ach, konnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Dafür halte ich Sie wirklich für zu intelligent." Ich konnte den krausen Gedanken des seltsamen Mannes nicht folgen, also blieb es bei einem Verständnis geheucheltem Grunzen meinerseits.
Herr Wirr setzte sich an den Tresen, bestellte ein Kölsch.
"Sagen Sie, gilt denn hier auch schon das Rauchverbot?"
Ich sah mich im Raum um. Überall auf den Tischen standen Aschenbecher, mit Kippen drin, die Gäste an den Tischen genüsslich und zu Hauf rauchten.
"Ähm, in Süddeutschland ist das Gesetz bereits in Kraft getreten, hier in Berlin aber noch nicht."
"Ja, aber die Kraft des Gesetzes eilt ihm doch bereits voraus, nicht wahr? Es wird doch freiwillig schon viel weniger geraucht!"
"Ist mir nicht weiter aufgefallen bis jetzt."
"Doch, doch, achten Sie mal drauf!"
Ich achtete, indem ich mich im verqualmten Gastraum umsah. Man konnte kaum bis zur Tür runterschauen durch die blauen Nebelschwaden, also blieb ich bei meiner Antwort:
"Tut mir leid, ist mir echt noch nicht aufgefallen."
"Wollen Sie damit etwa behaupten, dass mit meiner Wahrnehmung etwas nicht in Ordnung ist?" Er wurde laut, stand auf, rang sich ein verkrampftes Lächeln ab.
Ja, will ich behaupten. Ähh- "Nein, das will ich damit nicht sagen."
Eigentlich hatte der Gast gezahlt und lag sicher längst wieder auf der Couch des Facharztes um das Erlebnis zu verarbeiten, dachte ich, als mir Herr Wirr plötzlich auf der engen Wendeltreppe entgegen kam. Er sprach mir aus der Seele, als er sagte:
"Scheiße, ausgerechnet Sie!"
Und hier ein dringende Bitte:
Liebe Psychoanalytiker, können Sie nicht Ihre schöne Fachabteilung nehmen und zum Beispiel gen Wedding ziehen? Ich meine, neulich erst stand ein Typ rauchend am Tresen, wollte aber partout nichts trinken. Bevor er ging, raunte er noch geheimnisvoll in meine Richtung:
"Ich bin eine ganz verrückte Tante, weißt Du? Ich steh total auf unrasierte Muschis!"
Herrgottnochmal, wen interessiert das?
NEHMT SIE WEG!
Gestern kam ein Mann mittleren Alters herein und stromerte mehere Minuten am Tresen entlang. Erst glaubte ich, er könne sich einfach nicht entscheiden, wo er sitzen möchte oder er suchte vielleicht jemanden, aber mir kam es seltsam vor, dass er seine Nase immer so offensichtlich schnuppernd in die Luft hielt.
"Entschuldigung, kann ich vielleicht helfen?", fragte ich.
"Sagen Sie, riechen Sie hier so nach Parfum?" lautete seine Gegenfrage. Na toll, Patrick Süsskinds Monsterriecher kommt aufn Kaffee rum.
"Nö, kann ich mir nicht vorstellen. Ich rieche sozusagen nach nix.", behauptete ich.
"Ach, konnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Dafür halte ich Sie wirklich für zu intelligent." Ich konnte den krausen Gedanken des seltsamen Mannes nicht folgen, also blieb es bei einem Verständnis geheucheltem Grunzen meinerseits.
Herr Wirr setzte sich an den Tresen, bestellte ein Kölsch.
"Sagen Sie, gilt denn hier auch schon das Rauchverbot?"
Ich sah mich im Raum um. Überall auf den Tischen standen Aschenbecher, mit Kippen drin, die Gäste an den Tischen genüsslich und zu Hauf rauchten.
"Ähm, in Süddeutschland ist das Gesetz bereits in Kraft getreten, hier in Berlin aber noch nicht."
"Ja, aber die Kraft des Gesetzes eilt ihm doch bereits voraus, nicht wahr? Es wird doch freiwillig schon viel weniger geraucht!"
"Ist mir nicht weiter aufgefallen bis jetzt."
"Doch, doch, achten Sie mal drauf!"
Ich achtete, indem ich mich im verqualmten Gastraum umsah. Man konnte kaum bis zur Tür runterschauen durch die blauen Nebelschwaden, also blieb ich bei meiner Antwort:
"Tut mir leid, ist mir echt noch nicht aufgefallen."
"Wollen Sie damit etwa behaupten, dass mit meiner Wahrnehmung etwas nicht in Ordnung ist?" Er wurde laut, stand auf, rang sich ein verkrampftes Lächeln ab.
Ja, will ich behaupten. Ähh- "Nein, das will ich damit nicht sagen."
Eigentlich hatte der Gast gezahlt und lag sicher längst wieder auf der Couch des Facharztes um das Erlebnis zu verarbeiten, dachte ich, als mir Herr Wirr plötzlich auf der engen Wendeltreppe entgegen kam. Er sprach mir aus der Seele, als er sagte:
"Scheiße, ausgerechnet Sie!"
Und hier ein dringende Bitte:
Liebe Psychoanalytiker, können Sie nicht Ihre schöne Fachabteilung nehmen und zum Beispiel gen Wedding ziehen? Ich meine, neulich erst stand ein Typ rauchend am Tresen, wollte aber partout nichts trinken. Bevor er ging, raunte er noch geheimnisvoll in meine Richtung:
"Ich bin eine ganz verrückte Tante, weißt Du? Ich steh total auf unrasierte Muschis!"
Herrgottnochmal, wen interessiert das?
NEHMT SIE WEG!
breezerbox - 19. Sep, 10:33


bis auf das mit den unrasierten muschis. und den gesellschaftlichen status von posh spice. und das krause verhalten von ex-partnern. und...aach. schluß jetzt.