family affairs/ introducing GRANDMA
Bevor ich mit den Familiengeschichten beginnen kann, die mein Großvater ja zu seinen Lebzeiten eher ungern aufgeschrieben sieht, sollte ich die wichtigsten Mitglieder und Hauptdarsteller zumindest kurz vorstellen. Wir reden hier übrigens vorläufig nur von der Verwandtschaft mütterlicherseits, um Missverständnisse zu vermeiden.
Meinem Großvater Zuliebe, verwende ich selbstverständlich nicht die richtigen Namen der Familienmitglieder. Nennen wir meine Großeltern doch einfach Maria und Josef Lodenmantel.
Maria Lodenmantel kam Anfang der Zwanziger sowohl namentlich, als auch aus gesellschaftlicher Sicht wenn man so will, als eine geborene Nerzmantel zur Welt. Sie wurde nach den damals üblich strengen Massstäben erzogen, die sie sich zum Teil auch über die Jahre erhalten hat, dennoch war sie für damalige Verhältnisse ungemein modern.
Sie legte immer schon sehr viel wert auf ihr Erscheinungsbild. Bevorzugt trug sie farblich zurückhaltende Kostüme, die dem schlichten, aber klassischen Stil von Jil Sander gleich kommen, und sie war eine der mutigen Vorreiterinnen, was das Tragen von Hosen betraf. Als ausgebildete Graphikerin kann man ihr da sicherlich einen geübten Blick für Form und Stil nicht absprechen. Auch zu finanziell brenzligen Zeiten leistete sie sich stets einen Spitzenfriseur und besuchte regelmäßig eine gute Kosmetikerin, was ihr heute unheimlich zugute kommt, indem man sie um gut zehn Jahre jünger schätzen könnte. Selbst wenn sie Pfannen schwingend in der Küche hantierte und ihr das kartoffelwassergesträhnte Haar wirr über dem Auge kräuselte, hinterließ Maria stets den kunstvollen Eindruck von Anmut und Eleganz.
Sie brachte zwei schreckliche Töchter und einen anstrengenden Sohn zur Welt, deren Erziehung ein ordentliches Maß an Nervenstärke und Schneid erforderte. Sie scheute sich nicht auch mit hohen Absätzen, ihrem Sohn mit Anlauf in den Hintern zu treten, wenn es die Situation erforderte, oder meiner Mutter die Gabel schwungvoll in den Ellbogen zu stechen, sobald sich dieser während des Essens der Tischplatte näherte.
Ihrer Liebe zur Kunst (Sie liebt Chopin, verehrt Wilhelm Busch und vergöttert Horst Janssen!) verdankt sie wohl neben all ihrer demonstrativen Kraft auch ihren unverkennbaren Hang zur Dramatik. Sobald ihre Kinder oder besonders der Ehegatte ihr Nervenkostüm zu stark beanspruchten, legte sie sich mit einer Handvoll bunter Tabletten ins Bett und war schlagartig totkrank. Ihre Symptome reichen seit jeher von leichter Migräne bis zu Gefahr verheissenden Herzschmerzen und erinnern stark an die Szene der vor Sorge erkrankten Mutter Bennett in Jane Austens "Stolz und Vorurteil", als ihre jüngste Tochter unverheiratet mit einem Mann durchbrannte. Auch solch wundersame Heilungen erfuhr Maria Lodenmantel, also kann ich diesen Vergleich bedenkenlos so stehen lassen.
Ihr langes und erfülltes Leben wird sie dem Umstand verdanken, dass sie sich letztendlich nicht unterkriegen lässt, wie sehr sie auch unter vielen Bedingungen leiden musste und noch immer muss, so wie ihrem unerschütterlichen Humor. Maria Lodenmantel zitiert Busch in so ziemlich jeder Lebenslage und ich bin sicher, dass er maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sie sich nie am Querbalken des Dachstuhls aufgeknüpft hat.
to be continued...
Meinem Großvater Zuliebe, verwende ich selbstverständlich nicht die richtigen Namen der Familienmitglieder. Nennen wir meine Großeltern doch einfach Maria und Josef Lodenmantel.
Maria Lodenmantel kam Anfang der Zwanziger sowohl namentlich, als auch aus gesellschaftlicher Sicht wenn man so will, als eine geborene Nerzmantel zur Welt. Sie wurde nach den damals üblich strengen Massstäben erzogen, die sie sich zum Teil auch über die Jahre erhalten hat, dennoch war sie für damalige Verhältnisse ungemein modern.
Sie legte immer schon sehr viel wert auf ihr Erscheinungsbild. Bevorzugt trug sie farblich zurückhaltende Kostüme, die dem schlichten, aber klassischen Stil von Jil Sander gleich kommen, und sie war eine der mutigen Vorreiterinnen, was das Tragen von Hosen betraf. Als ausgebildete Graphikerin kann man ihr da sicherlich einen geübten Blick für Form und Stil nicht absprechen. Auch zu finanziell brenzligen Zeiten leistete sie sich stets einen Spitzenfriseur und besuchte regelmäßig eine gute Kosmetikerin, was ihr heute unheimlich zugute kommt, indem man sie um gut zehn Jahre jünger schätzen könnte. Selbst wenn sie Pfannen schwingend in der Küche hantierte und ihr das kartoffelwassergesträhnte Haar wirr über dem Auge kräuselte, hinterließ Maria stets den kunstvollen Eindruck von Anmut und Eleganz.
Sie brachte zwei schreckliche Töchter und einen anstrengenden Sohn zur Welt, deren Erziehung ein ordentliches Maß an Nervenstärke und Schneid erforderte. Sie scheute sich nicht auch mit hohen Absätzen, ihrem Sohn mit Anlauf in den Hintern zu treten, wenn es die Situation erforderte, oder meiner Mutter die Gabel schwungvoll in den Ellbogen zu stechen, sobald sich dieser während des Essens der Tischplatte näherte.
Ihrer Liebe zur Kunst (Sie liebt Chopin, verehrt Wilhelm Busch und vergöttert Horst Janssen!) verdankt sie wohl neben all ihrer demonstrativen Kraft auch ihren unverkennbaren Hang zur Dramatik. Sobald ihre Kinder oder besonders der Ehegatte ihr Nervenkostüm zu stark beanspruchten, legte sie sich mit einer Handvoll bunter Tabletten ins Bett und war schlagartig totkrank. Ihre Symptome reichen seit jeher von leichter Migräne bis zu Gefahr verheissenden Herzschmerzen und erinnern stark an die Szene der vor Sorge erkrankten Mutter Bennett in Jane Austens "Stolz und Vorurteil", als ihre jüngste Tochter unverheiratet mit einem Mann durchbrannte. Auch solch wundersame Heilungen erfuhr Maria Lodenmantel, also kann ich diesen Vergleich bedenkenlos so stehen lassen.
Ihr langes und erfülltes Leben wird sie dem Umstand verdanken, dass sie sich letztendlich nicht unterkriegen lässt, wie sehr sie auch unter vielen Bedingungen leiden musste und noch immer muss, so wie ihrem unerschütterlichen Humor. Maria Lodenmantel zitiert Busch in so ziemlich jeder Lebenslage und ich bin sicher, dass er maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sie sich nie am Querbalken des Dachstuhls aufgeknüpft hat.
to be continued...
breezerbox - 21. Feb, 02:35


sometimes your dreams get broken in pieces
but
that doesn´t matter att a-ha-ha-hall
take it from me,
there´s still gonnna be
a summer, a winter, a spring
aaaaaaaaaaaand a faaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaall
sometimes a friend starts treating you bad
but the world goes round
and sometimes your heart breakes with a deafening sound
somebody loses
and somebody wins
if one day it kicks
than it kicks in the chins
but the planet spins
and the world goes round
and round and round
and round and round and round and round
the world goes round
and round and round
aaaaand raaaaaaaaaaaaaaaaaound!