Montag, 29. Oktober 2007

Charity-Filzball-Diven

Wenn man erst einmal einen gewissen gesellschaftlichen Status erreicht hat, ist es wichtig sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und unter einem Haufen Zeugen selbstlos viel Gutes zu tun.
Dafür nimmt man selbstverständlich auch eine fünfstündige Zugfahrt nach (ausgerechnet) Mannheim in Kauf, so auch mein JetLag und ich am vergangenen Wochenende. Naja, erster Klasse war's auszuhalten.
Die ehemalige Nr. 1 der Tennisweltrangliste, die legendäre Steffi Graf, trat in ihrer Heimatstadt für ihre Stiftung Children for Tomorrow gegen die amtierende weltbeste Justine Henin in der SAP Arena an. Steffi, Steffi, Steffi Steffi Steffi! Yuppieh! Also, als ich damals noch selbst viel Tennis spielte, da... Anyway. Der Schock kam erst in der Arena: Steffi verletzt. Bei Martina Navratilovas monströsem linken Unterarm- Wie konnte das passieren? Egal, denn stattdessen fand ein gemischtes Doppel mit Steffi, Ehemann André Agassi, Justine Henin-Ardenne uuuund Goran Ivanisevic statt! Wow! Gleich einen ganzen Haufen Idole aus meiner (fernen) Jugend direkt vor meiner Nase (zweite Reihe, wenn ich mal rumprotzen darf). Und, was soll ich sagen- Steffis Beine sind noch immer schöner als meine. Verdammt! Und aufgrund einer ziemlich gemeinen Erkältung muss ich jetzt sogar fürchten meinen Nasenvorteil an sie zu verlieren, wenn nicht sogar an Rudolph, the red-nosed reindeer. Aber weg von den Oberflächlichkeiten...grmpf...und zurück zur Sache. In Mannheim liegt die höchste Hotelkategorie bei nur 4*, ist das nicht schrecklich? Das Fleisch war mit nichten medium rare und die Crème brulée mit Salt statt Zucker abgebrannt. Wow, ich wußte nicht einmal, dass das überhaupt geht. Nun, wenn André und Jus, wie ihr Freund sie liebevoll nennt, das ertrugen, denn wir schlufen im selben Hotel, so hat es dann auch mich zumindest nicht umgebracht.
Und jetzt mal im Ernst:
Zu einem Match von Steffi Graf und Konsorten oder einem seltenen Konzert von Barbra Streisand zu gehen kostet nicht gerade Überwindung, höchstens buntes Papier. Okay, einen ganzen Haufen buntes Papier. Ich habe gut reden, könntet Ihr sagen, schließlich gehörte das Papier meinem JetLag und die Anlässe waren mehr als verlockend gestaltet, aber meine regelmäßige Unterstützung eines kleinen Mädchens in Ägypten und der Stiftung Plan geht zu meinen derzeit leider etwas knapp bemessenen Kontolasten und zwar mit Freuden! Und hätte ich mehr Papier, spendete ich auch mehr für Kinder, Tiere oder sonstwie in Not Geratene, sowie es auch mein bH tut und viele andere Mitglieder meiner sonst so raffgierigen Familie.
Ich werde nicht oft politisch, schon gar nicht auf diesem Blog, aber ein dezentes WACHRÜTTELN hin und wieder an dieser Stelle halte ich durchaus für angemessen.
Los, kommt schon, Leute! Tut mal etwas für ein bißchen mehr Gerechtigkeit für die Kleinen, Unschuldigen und Wehrlosen dieser Welt. Es gibt so viele Möglichkeiten und der Witz ist, Spenden tun nicht weh, machen nicht dick und sind auch noch steuerlich absetzbar. Nur zur Erinnerung...

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