Mittwoch, 19. September 2007

Gwen, das Huhn

Hab ich schon erwähnt, dass ich im weit, weit entfernten Sommer beim Barbra Streisand-Konzert in Berlins Waldbühne war? Hab ich? Okay. Nur eins noch: Es war groß-ar-tig!

So, und nun zu Gwen.
Das Konzert war letzten Freitag im Velodrom und, wenn auch in einer ganz anderen Dimension, ebenfalls großartig.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten das Publikum mitzureissen (Die Vorgruppe war echt gruselig und zum Anheizen echtma nich zu gebrauchen!), hechtete Frau Stefani kurzerhand in den Innenraum der Halle, bahnte sich konsequent eine Schneise durch ab sofort entfesselt kreischendes Publikum, kletterte mit monströsen Absätzen über Absperrungen und die steile, stoffabgehängte Radrennbahn bis auf die schmale Balustrade, auf der sie singend als wäre nix weiter passiert und/oder gäbe es kein Morgen ihr Publikum abspazierte. Crazy chick! Sie war keine Armlänge von uns entfernt, also von Hasi und mir. Nun ja, eine Armlänge oder eher eine unüberwindbare dunkelhäutige Armbreite stressschwitzender Security, und ich Blödi mach' nicht einmal einen Handyschnappschuss. Und Hasi macht auch keins.
Ich dachte: Puh, is die dick geschminkt. Naja, muss man ja auch bis hier sehen.
Und: Puh, schwitzt die Arme. Naja, bei dem Rumjehüppe?
Und: Puh, is die Ärmste dürr. Currywurst, Babe?
Aber an ein Foto dachte ich nicht. Sie kam sogar den gleichen Weg zurück, aber ich dachte nur: Himmel, der Typ von der Sicherheit hier vorne ist kurz vorm Infarkt.
Und: Nu lauf doch nicht so mit diesen unmöglichen Absätzen, Du fällst noch.
Aber an ein Foto...
Sehr schönes Event, wirklich.
Danke sehr, Gwen Stefani. Und kommense bald wieder.

Gwen-The Sweet Escape

Die Nonnen von St. Hedwig und ihre Irren

Ich hatte bereits davon gehört, dass das nahe gelegene Sankt Hedwig-Krankenhaus in Mitte die psychologische Abteilung erweitert und ausgelagert hat, aber langsam glaube ich zu spüren, wie nah an meinem Arbeitplatz die Nonnen und ihre Ärzte eigentlich mit Gehirnen experimentieren.
Gestern kam ein Mann mittleren Alters herein und stromerte mehere Minuten am Tresen entlang. Erst glaubte ich, er könne sich einfach nicht entscheiden, wo er sitzen möchte oder er suchte vielleicht jemanden, aber mir kam es seltsam vor, dass er seine Nase immer so offensichtlich schnuppernd in die Luft hielt.
"Entschuldigung, kann ich vielleicht helfen?", fragte ich.
"Sagen Sie, riechen Sie hier so nach Parfum?" lautete seine Gegenfrage. Na toll, Patrick Süsskinds Monsterriecher kommt aufn Kaffee rum.
"Nö, kann ich mir nicht vorstellen. Ich rieche sozusagen nach nix.", behauptete ich.
"Ach, konnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Dafür halte ich Sie wirklich für zu intelligent." Ich konnte den krausen Gedanken des seltsamen Mannes nicht folgen, also blieb es bei einem Verständnis geheucheltem Grunzen meinerseits.
Herr Wirr setzte sich an den Tresen, bestellte ein Kölsch.
"Sagen Sie, gilt denn hier auch schon das Rauchverbot?"
Ich sah mich im Raum um. Überall auf den Tischen standen Aschenbecher, mit Kippen drin, die Gäste an den Tischen genüsslich und zu Hauf rauchten.
"Ähm, in Süddeutschland ist das Gesetz bereits in Kraft getreten, hier in Berlin aber noch nicht."
"Ja, aber die Kraft des Gesetzes eilt ihm doch bereits voraus, nicht wahr? Es wird doch freiwillig schon viel weniger geraucht!"
"Ist mir nicht weiter aufgefallen bis jetzt."
"Doch, doch, achten Sie mal drauf!"
Ich achtete, indem ich mich im verqualmten Gastraum umsah. Man konnte kaum bis zur Tür runterschauen durch die blauen Nebelschwaden, also blieb ich bei meiner Antwort:
"Tut mir leid, ist mir echt noch nicht aufgefallen."
"Wollen Sie damit etwa behaupten, dass mit meiner Wahrnehmung etwas nicht in Ordnung ist?" Er wurde laut, stand auf, rang sich ein verkrampftes Lächeln ab.
Ja, will ich behaupten. Ähh- "Nein, das will ich damit nicht sagen."
Eigentlich hatte der Gast gezahlt und lag sicher längst wieder auf der Couch des Facharztes um das Erlebnis zu verarbeiten, dachte ich, als mir Herr Wirr plötzlich auf der engen Wendeltreppe entgegen kam. Er sprach mir aus der Seele, als er sagte:
"Scheiße, ausgerechnet Sie!"

Und hier ein dringende Bitte:
Liebe Psychoanalytiker, können Sie nicht Ihre schöne Fachabteilung nehmen und zum Beispiel gen Wedding ziehen? Ich meine, neulich erst stand ein Typ rauchend am Tresen, wollte aber partout nichts trinken. Bevor er ging, raunte er noch geheimnisvoll in meine Richtung:
"Ich bin eine ganz verrückte Tante, weißt Du? Ich steh total auf unrasierte Muschis!"
Herrgottnochmal, wen interessiert das?
NEHMT SIE WEG!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Zufallsbild

hitchcock

Aktuelle Beiträge

Es könnte alles...
Das steht auf einem Radiergummi, den ich geschenkt...
breezerbox - 22. Okt, 13:26
Den Himmel auf Erden
Nein, ich habe in den vergangenen Wochen nicht viel...
breezerbox - 23. Sep, 16:52
Und weiter und weiter
Nun sollte es also morgen vorbei sein mit der Durststrecke....
breezerbox - 14. Jul, 09:55
Hilfe, Katze vermisst!
Kinder, hier in Berlin weint sich gerade ein Junge...
breezerbox - 6. Jul, 15:37
Nein
Nein, ich werde den Tod von Michael Jackson nicht auch...
breezerbox - 26. Jun, 11:50

Meine Abonnements

For the Kids

Suche

 

Status

Online seit 1432 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 22. Okt, 13:26

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

Durchlaufmesser