Nomen est Omen, heißt es.
Neulich saß ich mit Freunden in einer Kreuzberger Bar bei nächtlichem Umtrunk und über Höcksken zu Stöcksken kamen wir auf das allgegenwärtige Thema komplizierter Namensgebung.
In unserer Runde hießen alle ganz normal, könnte man sagen. So Thomas und Sabine eben, also nicht aufregend, aber solide.
Eine zeitlang war es hipp aus Philip einen Phillipp zu machen oder Claus aus Klaus, aber diese Zeiten sind längst vorbei. Ebenso wie die Zeiten von Carola. Carola nennt heutzutage höchstens noch die Oma ihren schwerhörigen Rauhaardackel, denn der hört ja sowieso nicht, wenn man ruft. Und in dem Laden, in dem ich arbeite, steht eine Pflanze, die heißt auch Carola. Zu ihr passt das aber auch; sie hat so was Morbides.
Ich selbst hieß eine komplette Woche lang gar nicht. Bis meine Oma sich mit Alkohol bewaffnet auf das mütterliche Bett hockte und nicht weichen wollte, ehe ich irgendwie hieß, half man sich mit Universalkosenamen.
Jetzt gerade jedenfalls tauscht man die Anfangsbuchstaben eines klassischen Vornamens aus und hat- zack!- einen neuen. So wird aus Mathias ohne große Anstrengung N-athias. Eine Weltneuheit, die man nicht nur sieht, sondern sogar hört. Aber Vorsicht ist geboten, liebe Eltern! Bitte nennen Sie Ihr Kind weder Frigitte noch Kichael, das gibt nur Stress im Kindergarten!
Überhaupt viel schöner sind historische Namen oder welche aus der Literatur und Mythologie.
So trug sich vor einiger Zeit tatsächlich in eben erwähntem Kreuzberg das Folgende zu:
In dem nicht unbedingt vornehmeren Teil des Wohnbezirkes spielte ein kleines Mädchen ausgelassen auf der Straße. Es hüpfte und kicherte, sang und erzählte vor sich hin, wälzte sich im Rindstein. Da klappte im zweiten Stock krachend ein Fenster auf und eine junge Frau in lottriger Kleidung wetterte mit gewitterziegiger Stimme:
"Iphigenie, komm aus die Gosse, du Sau!"
In unserer Runde hießen alle ganz normal, könnte man sagen. So Thomas und Sabine eben, also nicht aufregend, aber solide.
Eine zeitlang war es hipp aus Philip einen Phillipp zu machen oder Claus aus Klaus, aber diese Zeiten sind längst vorbei. Ebenso wie die Zeiten von Carola. Carola nennt heutzutage höchstens noch die Oma ihren schwerhörigen Rauhaardackel, denn der hört ja sowieso nicht, wenn man ruft. Und in dem Laden, in dem ich arbeite, steht eine Pflanze, die heißt auch Carola. Zu ihr passt das aber auch; sie hat so was Morbides.
Ich selbst hieß eine komplette Woche lang gar nicht. Bis meine Oma sich mit Alkohol bewaffnet auf das mütterliche Bett hockte und nicht weichen wollte, ehe ich irgendwie hieß, half man sich mit Universalkosenamen.
Jetzt gerade jedenfalls tauscht man die Anfangsbuchstaben eines klassischen Vornamens aus und hat- zack!- einen neuen. So wird aus Mathias ohne große Anstrengung N-athias. Eine Weltneuheit, die man nicht nur sieht, sondern sogar hört. Aber Vorsicht ist geboten, liebe Eltern! Bitte nennen Sie Ihr Kind weder Frigitte noch Kichael, das gibt nur Stress im Kindergarten!
Überhaupt viel schöner sind historische Namen oder welche aus der Literatur und Mythologie.
So trug sich vor einiger Zeit tatsächlich in eben erwähntem Kreuzberg das Folgende zu:
In dem nicht unbedingt vornehmeren Teil des Wohnbezirkes spielte ein kleines Mädchen ausgelassen auf der Straße. Es hüpfte und kicherte, sang und erzählte vor sich hin, wälzte sich im Rindstein. Da klappte im zweiten Stock krachend ein Fenster auf und eine junge Frau in lottriger Kleidung wetterte mit gewitterziegiger Stimme:
"Iphigenie, komm aus die Gosse, du Sau!"
breezerbox - 11. Okt, 13:51

